Meine intermodale Reise – Erfahrungen mit dem Fernbus

Auch über meine An- und Abreise zur eCarTec 2013 möchte ich kurz berichten, da es als Student nicht so einfach war, mit begrenztem Budget von Aachen kurzfristig nach München und zurück zu kommen. Die beste, schnellste und vermutlich umweltfreundlichste Variante wäre der ICE (auch elektromobil :)) ab Köln mit 4,5h pro Strecke gewesen. Wenn man bei der DB allerdings nicht rechtzeitig Tickets zum Sparpreis bucht, wird es teuer und so hätten mich Hin- und Rückfahrt zusammen etwa 250€ gekostet. Viel zu teuer… Allerdings blieb eine letzte Chance kurzfristig ICE Tickets für nur 27€ pro Strecke bei den LTUR Last Minute Deals zu erhalten. Für die Hinfahrt am Dienstag hätte es optimal gepasst. Abfahrt in 18 Uhr in Köln, Ankunft 23:30 Uhr für 27€. Die Angebote beschränken sich meist auf späte oder frühe Verbindungen und sind oft erst am Tag vorher buchbar. Nichts für Frühbucher und Planer…
Allerdings hatte ich bei der Anreise noch etwas mehr Glück mit einer kostenlosen Mitfahrgelegenheit am Montag. Und direkt ein Bett im – laut Internet ausgebuchten – Wombats Hostel bekommen. Netterweise halten die meisten Hostels immer noch einen Raum für spontan Reisende zu normalen Preisen frei. Heutzutage nicht mehr selbstverständlich… Und es war das sauberste Hostel, welches ich bisher gesehen habe.

Nach 1,5 Messetagen, über welche ich bereits hier berichtet habe, musste ich am Dienstagabend noch die Rückfahrt organisieren. Leider gab es dir Mittwoch kein LTUR Last Minute Ticket. Daher hatte ich die Wahl zwischen teurer, aber schneller Bahnfahrt, Mitfahrgelegenheit oder einem Fernbus.

ICE/IC hätten mit 4,5-6 Stunden Fahrzeit etwa 109 € gekostet. Die Verbindung mit Regionalbahnen hätte zwar nur 69-79 € gekostet, dauert aber auch etwa 9h mit 5-6 Mal umsteigen.

Als günstigste Variante (meist günstiger als Mitfahrgelegenheiten) stellte sich der für Deutschland neue Fernbus heraus. Innerdeutsche Fernbuslinien waren bis zum 31. Dezember 2012 verboten und durften nur eingerichtet werden, wenn sie keine Konkurrenz zur Bahn darstellten. Aufgrund einiger Initiativen neuer Anbieter wurde das Monopol zum 1. Januar 2013 gekippt und seitdem entstehen quer durch die Republik neue Buslinien verschiedenster Anbieter.
Einer der ersten Anbieter und momentan Marktführer ist MeinFernbus.de, daneben tummeln sich ausländische Firmen wie City2City, neue Anbieter wie DeinBus.de, FlixBus, eine große deutsche Kooperation – der gelbe ADAC Postbus – aber auch die DB selbst mit dem ICBus. Schon auf den Hinfahrt hatten wir einige dieser Busse auf der Autobahn entdeckt und wer viel unterwegs ist dürfte sie schon gesehen haben.


Preise und Service im Fernbus unschlagbar gegenüber DB – WLAN, günstige Getränke und Steckdosen

Auf einigen Strecken gibt es Tickets bereits ab 5 €. Für meine Strecke von München nach Köln gab es Fahrten von MeinFernbus für 22 € bei einer Fahrzeit von 9h 40 Min., was mir fast zu lang war, aber im Vergleich zum schnellen ICE war der Preis einfach unschlagbar und ich hatte die Zeit… Etwas schneller, da vermutlich weniger Städte unterwegs angefahren werden, wäre der gelbe ADAC Postbus gewesen. Aber etwa 1,5h weniger Fahrzeit hätten mehr als das doppelte gekostet und auf die Stunde kam es dann auch nicht mehr an.

Preise und Zeiten kann man gut unter busliniensuche.de vergleichen.

Das Fernbus Plugin von busliniensuche.de

Preislich war das Angebot von MeinFernbus unschlagbar. Die Busfahrer waren freundlich und der grüne 5-Sterne Doppeldeckerbus war nagelneu. An jedem Sitzplatz befindet sich eine Steckdose, die Getränke- und Snackpreise sind mit 1,50€ pro 0,5l Coca Cola günstig und es gibt WLAN in jedem Bus. Jedoch scheint dies vom Empfang des Mobilfunknetzes abhängig zu sein und war sehr langsam oder hat gar nicht funktioniert. Allerdings befindet es sich bei MeinFernbus auch noch im Testbetrieb. Der Bus war mit etwa 30 Personen nicht einmal halb voll, aber bei freier Platzwahl war das sehr angenehm.

Stau im Fernbus

Der große Vorteil der DB gegenüber Fernbussen bleibt das eigene Eisenbahn-Streckennetz, sowie die Geschwindigkeit. Um ihre Strecken auszulasten, fahren die Fernbusse fast alle großen Strecken einer Route an, was viel Zeit kostet. Zusätzlich bleiben natürlich auch Fernbusse nicht vom Stau verschont. Dadurch entstand auf meiner Fahrt von München nach Köln eine Verspätung von etwa einer Stunde bis Köln. Vor Heidelberg gab es etwa sechs Kilometer Stau, welche nur teilweise umfahren werden konnten. Wir fuhren also um punkt 13 Uhr in München ZOB los und kamen um etwa 23.10 Uhr in Köln Deutz an.

Zu meiner Verwunderung hielt der Bus nicht in der Nähe des Bahnhofs Köln Messe/Deutz, sondern an irgendeiner Straße in der Nähe der Lanxess-Arena, sodass ich noch etwa 800m laufen musste. Meinen Zug nach Aachen hatte ich natürlich verpasst und durfte den letzten Zug in diese Richtung um 00:15 Uhr am Köln Hbf mit Ankunft um 01:07 Uhr in Aachen nehmen. Da in Aachen dann um diese Uhrzeit auch keine Busse mehr fahren, habe ich noch eine andere relativ neue elektromobile Mobilitätsform für den Heimweg genommen, ein DB Pedelec zum ausleihen. Das funktionierte zum Glück ohne Probleme und etwa 12,5h nach meiner Abfahrt in München kam ich dann endlich gegen 01:30 Uhr zuhause an. :-/

Das muss irgendwie noch besser werden mit der Intermodalität…

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  • Harald

    Ich vergleiche immer auf http://www.checkmybus.de Da kann man auch die Ausstattungen der Fernbusse besser vergleiche und die Seite ist übersichtlicher.

  • Klaus

    goeuro.de sucht nach bussen, flügen und bahn. um noch eine option hier einzureihen. ist dann auch schon intermodal 🙂 außerdem auch für andere europäische länder