Neuigkeiten und Impressionen von der eCarTec 2013

Wie erwähnt, habe ich es dieses Jahr endlich auf die eCarTec – der 5. internationalen Leitmesse für Elektromobilität und Hybrid – in München geschafft und ein wenig per Twitter (@e_poche) berichtet. Hauptsächlich wollte ich mich durch Gespräche auf den neusten Stand in Sachen Infrastruktur und IT bringen, um neue Informationen in das Update von e-Stations.de einzubringen, aber ich war auch dort, um neue Kontakte zu knüpfen und auf Jobsuche im Bereich der Elektromobilität.

Ein paar neue Kontakte habe ich leider verpasst. So gab es am Mittwoch ein nettes Treffen einiger bei Twitter aktiven Elektromobilisten und Blogger am RWE Stand. Alle die dabei waren:

Insbesondere @ZoePionierin Jana berichtet in ihrem Blog unter zoepionierin.de sehr aktiv und beherzt über ihre Erfahrungen mit dem neuen Renault ZOE. Ein anderer sehr aktiver ZOE Blogger – @BuzzingDanZei – hat es leider nicht zur Messe geschafft, dennoch möchte ich den Blog einmal erwähnt haben: danzei.de

Wie ich gehört habe, war die Messe dieses Jahr nicht so gut besucht, wie in den letzten Jahren. Nach dem Hypezyklus dürfte die Elektromobilität mittlerweile im produktiven Stadium angekommen sein. Zudem waren außer Daimler, VW und Tesla keine Fahrzeughersteller mit eigenen Ständen vertreten. Gerade von BMW mit dem neuen elektrischen i3 und einer Messe in München hätte ich dies doch erwartet. Renault wird vermutlich auf der eCarTec in Paris vertreten sein. Toyota und Nissan haben im regnerischen Außenbereich Probefahrten angeboten.

Reges Interesse am Tesla Model S

Dort wollte ich auch eine der seltenen Gelegenheiten nutzen, um ein Tesla Model S probezufahren. Allerdings war dieses am Mittwoch leider bis zu meiner Abreise noch nicht eingetroffen. Dennoch konnte ich am Tesla Messestand einmal Probesitzen und war direkt begeistert. Am meisten beeindruckt hat mich der enorme Stauraum des Model S. Von Elektromotor oder Batterien ist nichts zu sehen. Unter der Motorhaube wartet ein großer Stauraum, im Heck ein noch größerer… Dort können alternativ auch zwei Kinder mit dem Rücken zur Fahrtrichtung Platz finden, sodass der Wagen bis zu 7 Personen und zusätzlich Gepäck im vorderen Stauraum Platz bietet. Welcher SUV kann da mithalten?
Wie auf den Fotos zu erkennen, war das Interesse am Model S allgemein sehr groß und es herrschte stetig reges Gedränge um den Tesla Stand, auch wenn dort nichts anderes zu sehen war, als ein einzelnes Fahrzeug mit Messehostess.

Neue Ladestationen von RWE eMobility und “charge@work”

Am Stand von RWE Effizenz konnte man sich einen Eindruck von der neuen eMobility App verschaffen und neue Ladestationsmodelle vorführen lassen. In Kooperation oder auf Anregung der Daimler AG wurde die neue Ladesäule mit Touchscreen für Flottenkunden entwickelt, welche sich nicht nur als Stand-Alone Lösung nutzen lässt, sondern auch als Mastersäule zur Steuerung mehrerer Wallboxen beispielsweise in Parkhäusern. Als Stand-Alone-Säule bietet sie dagegen die Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter – so wie es bisher mit Tankkarten an Tankstellen üblich ist – den aktuellen Kilometerstand des Fahrzeugs eingeben können, welcher direkt an das Flottenmanagement der Daimler AG übermittelt wird. Diese Funktion war anscheinend eine Anforderung für Daimler’s Projekt “charge@work”.

Für “charge@work” stattet RWE Effizienz fünf Standorte der Daimler AG mit moderner Ladetechnik und IT-Lösungen für Elektroautos aus. Das Projekt ist Teil des “Schaufensters Living Lab BWe-mobil” und beinhaltet bis zu 176 Ladepunkte. Dabei sollen unter anderem Ladestrategien für bis zu 300 rein elektrische Flottenfahrzeuge im Betrieb entwickelt werden. Sollten zahlreiche Fahrzeuge zum Beispiel zum Feierabend gleichzeitig geladen werden, kann dies eine außergewöhnliche Belastung für ein betriebliches Stromnetz darstellen, sodass die Ladung je nach Belastung intelligent gesteuert werden muss.

Gleichzeitig bieten die RWE Stationen und der Smart ED bereits die Möglichkeit der “Plug & Charge”-Authentifizierung. Bei diesem Verfahren ist keine Anmeldung an der Ladestation per RFID-Karte, Smartphone-App, SMS oder Anruf mehr nötig. Die Zugangsdaten – in der Elektromobilität allgemein eine sogenannte “Contract-ID” (Electic Vehicle Contract ID, EVCO-ID) – werden direkt im Fahrzeug gespeichert und mittels Ladekabel der Ladestation zur Freischaltung mitgeteilt (Powerline-Communication). Diese Funktion sollte langfristig von allen Elektrofahrzeugen in Europa unterstützt werden und viele alternative Authentifizierungsmöglichkeiten überflüssig machen. Der Einsatz eignet sich insbesondere auch in CarSharing-Flotten, da die Nutzer nichts weiter tun müssen, als das Ladekabel in die Station zu stecken.

Newe RWE Ladestation für Flottenkunden mit Touchscreen.

Newe RWE Ladestation für Flottenkunden mit Touchscreen.

Ein weiterer Stecker und sonstige Entdeckungen

PhoenixContact hat auf der Messe ganz nebenbei anscheinend einen neuen Stecker zur Gleichstrom-Schnellladung in Amerika vorgestellt. Während der Typ-2 Combo Stecker in Europa zum Standard für DC-Schnellladungen werden soll, stellte PhoenixContact einen Typ-1 Combo Stecker für den amerikanischen Raum vor, welcher auf den ersten Blick schwer vom Typ-2 Combo Stecker zu unterscheiden ist.

Eine Neuvorstellung von PhoenixContact. Eine Variation des IEC Typ 1 (SAE) Stecker als DC Combo Stecker.

Eine Neuvorstellung von PhoenixContact. Eine Variation des IEC Typ 1 (SAE) Stecker als DC Combo Stecker.

Mennekes stellte neben dem neuen Wallbox-Design noch einen weiteren Verschlussmechanismus für deren Typ-2 Stecker an Ladestationen vor, welcher sich durch eine Drehbewegung des Steckers entriegeln lässt. Vermutlich ist die neue Variante einfacher zu bedienen und besser geschützt vor Witterungseinflüssen als die alte Variante. Vom bekannten Mennekes-Panel weiß ich, dass sich dort gerne Schnee in der Öffnung der Typ-2 Ladebuchse sammelt und diese auch zufrieren könnte.

Turn to open - neuer Öffnungsmechanismus von Mennekes

Turn to open – neuer Öffnungsmechanismus von Mennekes

Von ladenetz.de und Hubject konnte man Badges mit QR-Codes an den verschiedenen Ladestationen entdecken, welche den zugehörigen Smartphone-Apps mitteilen, welcher Ladepunkt freigeschaltet werden soll. Es lässt sich auf den Messen gut diskutieren, welche Authentifizierungsmöglichkeit denn nun die Beste ist. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, welche ich demnächst in einem eigenen Beitrag näher diskutieren möchte.

Am Stand von Daimler konnte die kommende B-Klasse E-Cell, der aktuelle Smart ED und ein SLS AMG ED bewundert und auch vom Fahrersitz aus inspiziert werden. Auf einem großen Touchscreen wurde die zugehörige App vorgestellt, welche leider nicht so gut funktionierte (allerdings eher aufgrund des Touchscreens). VW stellte den kommenden e-Up! aus.

 

Von meiner Reise und meinen Erfarhungen mit der Intermodalität  – Mitfahrgelegenheit, Fernbus, Bahn und Pedelec – berichte ich im nächsten Beitrag.

 

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