VW e-Up! – Fahrbericht nach 14 Tagen – Gastbeitrag

Ein Gastbeitrag von Thomas Schweres.

Kurz zum e-Up! allgemein

Die Verarbeitung ist tadellos, sehr gute Rundumsicht, Schalter und Anzeigen VW -typisch klar und logisch, keine Spielereien. Die Federung ist „schwerwiegend“, wie bei einem vollbeladenem Auto, ist es ja auch, das Leergewicht ist fast das zul. Gesamtgewicht eines Benzin-up! Der Kofferraum reicht für den Wocheneinkauf, fünf Henkel-Faltkörbe vom Baumarkt oder ein großer Koffer passen locker hinein, ohne die Rücksitzlehnen umzuklappen. Letztere lassen sich einfach getrennt waagerecht umklappen, die Sitzflächen brauchen nicht bewegt zu werden. Generelles up!-Problem ist die Sicherheitsgurtführung an den Vordersitzen, die für Leute kleiner als 1,75 m nicht ideal ist, für unter 1,60 m unangenehm und gefährlich dicht am Hals verläuft. Der Lupo hatte bereits eine Gurthöhenverstellung!

Zum e-Up!

Das Motorgeräusch ist nur bei sehr starker Beschleunigung bzw. E-Bremsung leise zu hören. Die Lenkung ist sehr leichtgängig und einhändig zu bedienen, was beim E-Bremsen mit dem Schalthebel in der Stadt sinnvoll ist.
Mit der 2. Bremsstufe über den Schalthebel ist bereits eine Haltebremse möglich, die Bremsleuchten leuchten, erst bei 5 km/h muss die hydraulische Fußbremse hinzu betätigt werden. Es ist in den ersten Tagen etwas gewöhnungsbedürftig, die Bremsstufe „B“ zum Lösen nochmals nach hinten zu tippen, weil die anderen Bremsstufen nach links bremsen und nach rechts lösen. Wenn beide Hände am Lenkrad gebraucht werden, kann die E-Bremse auch eingeschaltet bleiben. Mit Druck auf das Fahrpedal wird sie gelöst. Mit dieser Methode kann auch mit Loslassen des Fahrpedals gebremst werden. Zum Rollen lassen muss dann der 0-Punkt gefunden und gehalten werden. Mit dem Bremspedal wird vorrangig elektrisch gebremst, der Übergang auf die hydraulische Bremse wird sauber geregelt. Das E-Bremsen mit Einspeisen in den Fahrakku, Rekuperation genannt, funktioniert natürlich nur, wenn dort „Platz“ ist, also mit vollem Akku erst nach ca. 10 km.

Tipp: 90% Ladung über eine Programmierung im Zusatzprogramm des zur Grundausstattung gehörenden Maps & More.

Ein wichtiger Punkt war mir eine volle Eignung für die Autobahn, täglich 70 – 100 km, die einen Mehrverbrauch von ca. 15 % bei 100 km/h mit sich bringt. Selbst im Fahrprogramm „Eco+“ ist die Beschleunigung nicht hinderlich, wird aber bei 95 km/h abgeregelt. Kickdown ist möglich. Auf der Autobahn rollen lassen, „segeln“ wie im Stadtverkehr, funktioniert aus Luft-, Rollwiderständen und der Generatorwirkung des Elektromotors (ca. 1 kWh/100 km) nicht. Das Verhalten ist wie die Motorbremse im 5. Gang im Benzin-Auto.

Teilweise gewöhnungsbedürftig ist das zeitweise automatische Kriechen, z. B. im Rückwärtsgang, aber sehr praktisch, weil der Fuß auf dem Bremspedal bleiben kann. Deshalb immer das Fahrzeug in Wählhebelstellung „P“ verlassen!

Die Verriegelung der Ladesteckdose (für Schutzkappe sowie Ladestecker) hat ein „Eigenleben“, das zwar logisch ist, aber als Anfänger konnte ich mir beim ersten Laden nur mit der Notentriegelung helfen. Mit der Zentralverriegelung ein weiteres Mal öffnen ist einfacher, jetzt weiß ich es.

Das Laden von der Schukosteckdose ist problemlos, verschiedene Stromstärken bis 16 A sind einstellbar. Der Anschluss an ein Verlängerungskabel ist verboten. Komfortabler wäre die extra zu zahlende Wallbox. Ich konnte darauf verzichten, über die fachkundig verlegte 16 A Steckdose ist der Akku immer in max. 6 Stunden vollgeladen.

Das inbegriffene abnehmbare Navigationssystem enthält neben der namensgebenden Funktion spezielle Anzeigen für Ladestationen, 360° Reichweite und verschiedene Ladezeiteinstellungen, sowie eine Vorklimatisierungsmöglichkeit. Ebenfalls können damit das Radio, der CD-Spieler als auch ein Handy über Bluetooth bedient werden. Die Reichweite, der Verbrauch und andere Werte werden aber auch in der Multifunktionsanzeige im Tacho digital angezeigt.

Fremdladen ist zwar an vielen Ladesäulen möglich, das Kabel für den Typ2-Stecker muss dafür aber extra gekauft werden (Sonderausstattung), ein Fach dafür ist im Kofferraum vorhanden. Für oder gegen das Schnellladen mit Gleichstrom (CCS) in ca. 20 – 40 Minuten auf 80% muss man sich beim Kauf entscheiden. Leider gibt es noch kein einheitliches Abrechnungssystem wie in den Niederlanden, wo mit einem Vertrag alle Ladestationen benutzt werden können. Mittlerweile gibt es „Pools“, wie z.B. Plugsurfing.de, über die verschiedene Anbieter abgerechnet werden können.

Zusammenfassend kann ich sagen: Bis auf das Gurtproblem hat VW den e-Up! in Sachen Elektroantrieb perfekt umgesetzt, ich möchte nicht wieder zurück auf Verbrennungsmotoren.

Gastautor: Th. Schweres

Alle technischen Informationen zum Volkswagen e-Up! finden Sie in unserer E-Auto-Datenbank.

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